Sexagesimae
Sexagesimae – Große und Kleine – Reich Gottes selbstwachsende Saat
Überlegungen Predigt Sexagesimä 2024
Reich Gottes = Selbst wachsende Saat
Die Zeit ist für uns!
Der säende Mensch tut das, was in seiner Macht steht, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Er tut das in großer Ge-LASSEN-heit, mit aus- reichend (Schlaf-)Pausen, Vertrauen und jahrtausendealtem Wissen: Die Pflanze wächst nicht schneller, wenn man daran zieht – aber sie muss gesät (im Gleichnis großzügig anmutend – »in Fülle«) und bei-ZEITen (!) geerntet werden. Mit der Leerstelle der nicht näher ausgeführten Pflege- arbeiten wird auf die Zeitthematik und das Wirken Gottes in ihr fokus- siert. Gott selbst lässt in dieser Zeit wachsen und wirkt treu und stetig an seiner Schöpfung (Söding, 134), vgl. Gen 8,22.
Jesus aber sprach von der Gegenwart der noch zu erwartenden Herrschaft, von der Zukunft, die inmitten der Gegenwart schon angebrochen ist. Das war neu. (Theißen/Merz, 234f.) In die Geschichte, die der Mensch macht – sei es die Geschichte von provozierender Sorglosigkeit (A) oder aktiver Gelassenheit, sei es die Ge- schichte von dem, was nicht klappt (A) – ist »noch der Strom eines ganz anderen Geschehens eingelassen […], dass Gott seine Saaten wachsen lässt und bei seinen Zielen ankommt.«
»Muss nur noch kurz die Welt retten / und gleich danach bin ich wieder bei dir. […] Die Zeit läuft mir davon,/zu warten wäre eine Schande für die ganze Weltbevölkerung./Ich muss jetzt los, sonst gibt’s die große Katastrophe …«
mit Luther: »Während ich mein Tröpflein Wittenbergisch Bier trinke, läuft das Evangelium.« Es wächst, wie das Pflänzchen aus dem Samenkorn. Aber es braucht Zeit, Geduld.
Samen hat eine lange Motivgeschichte. In der Deutung hält sich die Symbolik für werdendes Leben durch. (Lurker, 589) Etwas Kleines hat große Kraft, die zunächst im Dunkel (der Erde) verborgen ist. Das Samenkorn sprengt die Schale, stirbt damit ab, aber in der Schale befindet sich alles, was für die Zukunft von Bedeutung ist und dessen Wachstum mit dem Sterben des Saatkorns beginnt.
Es wächst und regiert – Gott sei Dank gerade auch trotz all unserer An- strengungen.
Es reizt mich, das Gleichnis vom Schluss her aufzurollen, von der Ernte her. Ein Zitat von Salvador Dalí kommt mir in den Sinn: »Am liebsten erinnere ich mich an die Zukunft.« Aus der Erinnerung an die Zukunft werden Kraft und Ideen zur Veränderung der Gegenwart geschöpft. Darin liegt die Stärke dieses Gedankens. Vollendete Zukunft – dafür gibt es in der deutschen Sprache eine Zeitform: das Futur II. Eine Handlung wird in der Zukunft als abgeschlossen betrachtet: Du wirst erkannt haben. Ihr werdet versöhnt sein.
Das Zukünftige – ein Garten voller Erinnerungen. Saat wird aufgegangen sein. Eine Ahnung, wie wunderbar Blumen aussehen und duften, wie saftig Beeren und Äpfel schmecken können, wie lebensnotwendig Getreide für Brot ist, treibt an und veranlasst zur Aussaat, zur Hege und Pflege. Gerade jetzt im Frühjahr.
Die Ahnung, wie ein heiler Planet, eine gesunde Umwelt sich an- fühlen und schmecken, lässt all jene Menschen nicht müde werden, die für Frieden, für die Bewahrung der Schöpfung, für Gerechtigkeit und Menschenrechte eintreten. Die sich stark machen für das Recht auf Trinkwasser, auf saubere Luft, unbelastete Meere und Böden. Aus der Erinnerung an das Werdende öffnen sie die Hände und strecken sie den Leidenden, ja der ganzen gebeutelten Kreatur entgegen.
So wie in der Musik die Pause Spannung erzeugt, kann auch in der Predigt die Pause des Landmannes als das Spannende und auf unser Tun und Lassen Übertragbare ausgeleuchtet werden. Die Pause: Zeit zum Wachen und Beten wie einst im Garten Gethsemane; Zeit aber auch für das Lob Gottes, da wir bei ihm eine Zukunft haben. Das Kreuz Christi ist ein unauslöschliches Zeichen für die Zukunft, an die Gott uns erinnert, damit wir die Welt zum Positiven verändern können.
Wer ist aktiv?
Wer ist passiv?
Wer tut was, wer lässt was?
Was geschieht „automatä“?
Weizen wächst nicht von alleine (zumindest nicht in ausreichender Menge)
„Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner
Art. Und Gott sah, dass es gut war.“
Aussagen über Gott
Selbstentmachtung bzw. Teilen der Macht mit den Geschöpfen
Aussagen über den Menschen
beteiligt an der Schöpfung, nicht über sie herrschend
Früher wussten die Menschen nicht, warum ein Same wächst. hat die wissenschaftliche Forschung seitdem tiefe Einblicke in die Mechanismen der Pflanzenbiologie, Genetik und Ökologie geliefert, die das Wachstum und die Entwicklung von Pflanzen steuern.
Körperliches Wachstum
Inneres Wachstum
FAULHEIT
IGNORANZ
geLASSENheit
Korn, das in die Erde
Abkündigungen
Kollekte von letzten Sonntag: 185,99 €
Kollekten für heute:
Amtliche-Kollekte: Erinnerungs- und Begegnungsstätte Bonhoeffer-Haus e.v.
Gemeinde-Kollekte: Konfirmandenunterricht
Bestattungen Sieglinde Langheim
Nächster Gottesdienst am Freitag, den 9. Februar
Pillnitzer Weg 8 um 19 Uhr Gottesdienst Music and Spirit Night
“Die Ängste der Deutschen” mit dem Schall-und-Rauch-Quintett
Gast: Julia Pearson von Urban Staaken
Nächster Gottesdienst am Sonntag, den 11. Februar
Dorfkirche Alt-Staaken 10 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl mit Pfrin. i.R. Gerlinde Schnell-Fechner
Heerstraße Nord 11.15 Uhr Familiengottesdienst
Fürbitten
Bitte: Dein Reich komme.
Viktor: Gott, wir danken Dir für das Wunder des Lebens, für das Erwachen jeden Morgen, das uns erlaubt, die Schönheit Deiner Schöpfung zu erleben. Für das Wunder der Natur, die in unzähligen Farben und Formen Deine Kreativität widerspiegelt. Dafür, dass alles in Deiner Welt so wundersam ineinanderfügt, ein Mosaik des Lebens, das uns immer wieder in Staunen versetzt. Wir bitten Dich: Dein Reich komme.
Leni: Gott, wir tragen vor Dich die Eiligen, die in der Hast des Alltags verweilen. Lass sie innehalten, um die Stille zu hören, die Deine Stimme trägt, und lehre sie die Kunst der Gelassenheit in einer Welt, die niemals stillsteht. Wir bitten Dich: Dein Reich komme.
V: Gott, wir bringen Dir die Gierigen, die mehr nehmen, als sie benötigen. Erwecke in ihnen ein Herz für Gerechtigkeit und Teilen, damit sie erkennen, dass in der Bescheidenheit ein wahrer Schatz liegt. Wir bitten Dich: Dein Reich komme.
L: Gott, wir sprechen für die Unersättlichen, die ständig nach mehr streben, ohne je zufrieden zu sein. Fülle sie mit Deinem Geist, dass sie Genügsamkeit lernen und in der Einfachheit Deiner Schöpfung ihre Sehnsucht stillen. Wir bitten Dich: Dein Reich komme.
V: Gott, wir bitten Dich für die Suchenden, die Wege durch Unklarheit und Zweifel bahnen. Sei Du ihr Kompass und Leuchtturm, der sie führt und auf Pfade des Friedens und der Klarheit bringt. Wir bitten Dich: Dein Reich komme.
L: Gott, wir halten die Trauernden in unseren Gebeten, die im Schatten des Verlustes wandeln. Sei Du ihre Zuflucht und Stärke, ein fester Grund unter müden Füßen und ein sanfter Trost für schmerzende Herzen. Wir denken an Sieglinde Langenheim und ihre Angehörigen. Wir bitten Dich: Dein Reich komme.
V: Heute, wenn wir Deine Stimme hören, lass unsere Herzen offen sein, empfänglich für Deine Botschaft und bereit, Deinem Ruf der Liebe und des Friedens zu folgen.
Fragen oder Gedanken dazu? Schreib mir an info@viktor-weber.com.