4. Advent
4. Advent
Lesung des Evangeliums aus Lukas 1,46-55 – Lobgesang der Maria
Da sagte Maria: »Ich lobe Gott aus tiefstem Herzen. Alles in mir jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter. Denn er wendet sich mir zu, obwohl ich nur seine unbedeutende Dienerin bin. Von jetzt an werden mich alle Generationen glückselig preisen. Denn Gott, der mächtig ist, hat Großes an mir getan. Sein Name ist heilig. Er ist barmherzig zu denen, die ihm Ehre erweisen – von Generation zu Generation. Er hebt einen starken Arm und fegt die Überheblichen hinweg. Er stürzt die Machthaber vom Thron und hebt die Unbedeutenden empor. Er füllt den Hungernden die Hände mit guten Gaben und schickt die Reichen mit leeren Händen fort. Er kommt seinem Diener Israel zu Hilfe und erinnert sich an seine Barmherzigkeit. So hat er es unseren Vorfahren versprochen: Abraham und seinen Nachkommen für alle Zeit!«
G. „Lob sei dir, Christus“
Glaubensbekenntnis
Ich will nicht glauben an das Recht des Stärkeren, an die Sprache der Waffen, an die Macht der Mächtigen. Ich will nicht glauben, dass ich gegen Unrecht, das weit weg geschieht, ankämpfen kann, wenn ich das Unrecht, das hier geschieht, bestehen lasse. Ich will nicht glauben, dass Liebe ein Gaukelspiel ist und Freundschaft unzuverlässig und alle Worte Lügen sind. Ich will nicht glauben, dass Krieg unvermeidbar ist und Friede nicht zu machen. Ich will nicht glauben, dass alle Mühe vergebens ist, dass der Tod das Ende ist.
Aber ich glaube an das Recht der Menschen, an die offene Hand, an die Gewaltlosigkeit. Aber ich glaube, dass es nur ein Recht gibt für hier und dort, dass ich nicht frei bin, solange ein einziger Mensch versklavt ist. Doch ich glaube an die Liebe, die trägt und nicht vergeht. Doch ich glaube an die kleine Tat, an die Macht der Güte, an Frieden auf Erden. Aber ich glaube an den neuen Menschen, an Gottes ureigenen Traum, einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Predigt
Szene 1: Die Bibel als Inspiration
Lukanisches Sondergut: Magnificat, Benedictus, Nunc dimittis
Bibel bewegt, inspiriert, irritiert
Lukas nimmt die griechische Version des AT als Grundlage, so wird eine Jungfrau aus Maria Frauenbild, Sexismus etc. Männerbild, Zölibat
Lukas dichtet vier Lobgesänge
Ggf. in Anlehnung an den Lobgesang der Hanna (1. Sam. 2)
Gute Bücher sind der Treibstoff von Revolutionen (z.B. Karl Marx, das Kapital)
Szene 2: während das Imperium sich ausbreitet, wird der Auserwählte unter unscheinbaren Umständen geboren
Hintergrund: Zacharias – Elisabeth – Johannes – Maria
Gedanke: Maria gebiert den Messias. Der tritt aber erst in 30 Jahren zutage welches Korn ist heute bereits gesät, das in Jahren erst Frieden und Versöhnung bringt? Wir warten in Geduld. wann sehe ich die Früchte meiner Mühen? Großes Problem: unsere Entscheidungen und Handlungen haben Folgen, aber teilweise erst nach Jahren. Wir wünschen uns aber kurzfristige Ergebnisse.
Szene 3: Ist diese Welt noch zu retten?
Je größer Dein Maul, desto weiter kommst Du
Je mehr Ellbogen, desto erfolgreicher
Je rücksichtsloser, desto beliebter
Je verlogener, desto mächtiger
Bei diesem Befund fällt es schwer, fromm und prinzipientreu zu bleiben, aber:
Szene 4: Ist Hoffnung berechtigt oder nur ein frommer Wunsch?
Saddam Hussein
Muammar al-Gaddafi
Hosni Mubarak
Ben Ali
Baschar al Assad
Wer ist der nächste?
Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen (Mt. 26,52)
Wir wissen nicht, ob es in Syrien jetzt besser werden wird. Aber die Welt ist um einen Tyrannen ärmer (Achtung! Der nächste Tyrann steht aber schon in den Startlöchern)
Szene 5: Welche Kraft hat Hoffnung
Maria singt. Jede große Bewegung hat ihre Lieder. „We shall overcome“, „die Internationale“, „Blowing in the wind“, ein feste Burg ist unser Gott. Die Marseillaise etc.
Wahnsinnig politisches Lied
Man braucht Utopien, um die Welt zu verändern. Denkt an Ernst Bloch und sein Buch „Das Prinzip Hoffnung“. Hoffnung als aktive, kreative Kraft, die auf eine bessere Welt drängt
Gott ist auf unserer Seite (leider glauben das auch die Terroristen)
Gott ist auf der Seite der Kleinen und Unterdrückten
Gott sieht die junge Frau, die ungewollt schwanger wird
Er sieht die Menschen, die sich abmühen aber kaum etwas zum Essen haben
Wenn Gott bei den Menschen ist, die arm und einfach leben – wie wäre es, wenn wir Gott suchen? Dort, bei den Armen? (Mutter Teresa widmete ihr Leben den Ärmsten der Armen in Kalkutta, Indien, und gründete die Missionarinnen der Nächstenliebe.)
Matthäus 25,40: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
Black Eyed Peas „where ist he love“? “But if you only have love for your own race Then you only leave space to discriminate And to discriminate only generates hate And when you hate, then you′re bound to get irate, yeah”
Übersetzung: Aber wenn du nur deine eigene Ethnie liebst Dann lässt man nur Raum für Diskriminierung Und Diskriminierung erzeugt nur Hass
Szene 6: ich lobe Gott aus tiefsten Herzen
Die Vision, die Begegnung mit dem Engel gibt Maria Aufwind. Sie lobt Gott, als wäre die Rettung bereits geschehen. Sie wird für ihren Glauben gelobt. An den Erfolg eines Projekts zu glauben ist eine Grundbedingung dafür, dass es gelingen kann
Maria macht im Grunde ein „mental training“ -
Es gibt unzählige Marias auf dieser Welt
Es gibt niemanden, der wirklich unbedeutend ist
„Lasst uns Gott suchen, gerade dort, wo die Schwachen sind, und lasst uns mit Maria einstimmen: Meine Seele lobt den Herrn. Seien wir demütig und offen, uns mit Menschen abzugeben, die anders sind als wir. Dann beginnt das Reich Gottes mitten unter uns.
Fragen oder Gedanken dazu? Schreib mir an info@viktor-weber.com.