Viktor Weber Pfarrer in Berlin

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2. So. n. Epiphanias

2. So. n. Epiphanias

Dorfkirche Alt-Staaken · 19. Januar 2025 · Pfarrer Viktor Weber

Eure Liebe soll aufrichtig / ungeheuchelt sein.

Verabscheut das Böse und haltet am Guten fest.

Liebt einander von Herzen als Brüder und Schwestern.

Übertrefft euch gegenseitig an Wertschätzung.

Lasst nicht nach in eurem Eifer.

Lasst euch vom Geist anstecken und dient dem Herrn.

Freut euch, dass ihr Hoffnung habt.

Bleibt standhaft, wenn ihr leiden müsst.

Hört nicht auf zu beten.

Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind.

Seid jederzeit gastfreundlich.

Segnet die Menschen, die euch verfolgen.

Segnet sie und verflucht sie nicht.

Freut euch mit den Fröhlichen.

Weint mit den Weinenden.

Seid alle miteinander auf Einigkeit aus.

Werdet nicht überheblich,

sondern lasst euch auf die Unbedeutenden ein.

Baut nicht auf eure eigene Klugheit.

Was bringt es eigentlich, Christ zu sein?

Man wir Teil einer großartigen Bewegung

Segnet die Menschen, die euch verfolgen: Ich segne die Leute, die mit mir im Verkehr unterwegs sind.

Seelsorge: mit den Fröhlichen freuen, mit den Weinenden weinen

Nicht können, sondern sein.

Nicht haben, sondern sein.

Nicht leisten, sondern sein.

Stellenausschreibung: “Beziehungsprofi (m/w/d) für eine lebendige Gemeinschaft gesucht” mit sofortiger Einstellung in Vollzeit, Teilzeit oder wann immer du gerufen wirst

Ort: Gemeinde der Nächstenliebe, Pillnitzer Weg 8, 13593 Berlin

Stellenbeschreibung:

Du bist ein Teamplayer mit Herz und Leidenschaft für das Gute? Du möchtest eine Gemeinschaft prägen, in der Liebe und Respekt den Alltag bestimmen? Dann bist du bei uns genau richtig!

Wir suchen eine Persönlichkeit, die Freude daran hat, echte Beziehungen zu pflegen, anderen mit Hingabe zu dienen und Hoffnung zu verbreiten. Unsere Werte: Liebe, Demut und Freude.

Dein Profil:

• Liebe ohne Masken leben: Du bist authentisch, liebevoll und lehnst das Böse ab, während du das Gute förderst (Röm 12,9).

• Engagement zeigen: Du bringst dich mit Hingabe ein, bist eifrig und diene mit Freude (Röm 12,11).

• Hoffnung verbreiten: Du bleibst zuversichtlich in schweren Zeiten und bist standhaft im Gebet (Röm 12,12).

• Gemeinschaft fördern: Du teilst mit Bedürftigen, bist gastfreundlich und offen für Begegnungen (Röm 12,13).

• Herausforderungen meistern: Du segnest die, die dich herausfordern, und erwiderst Bosheit mit Güte (Röm 12,14).

• Verbindung schaffen: Du freust dich mit den Fröhlichen, weinst mit den Traurigen und bewahrst den Frieden (Röm 12,15-16).

Wir bieten:

• Ein herzliches Team, das deine Ideen und dein Engagement schätzt.

• Eine inspirierende Umgebung, in der jeder ein wesentlicher Teil des Ganzen ist.

• Die Möglichkeit, das Gute aktiv zu fördern – und dafür direkt in den Herzen der Menschen zu wirken.

• Eine Gemeinschaft, in der Liebe und Frieden nicht nur Worte, sondern gelebte Realität sind.

Herzlich willkommen. Ich gratuliere zu Ihrer neuen Stelle in unserer Gemeinschaft. Wir duzen uns hier. Unser Mindset ist, dass wir uns als Schwestern und Brüder verstehen. Ich gebe zu, wir sind eine sehr persönliche Community, ganz anders als andere. Bei uns kannst du einfach sein. Ja, genau. Du musst nichts können, sondern sein. Du musst nichts haben, sondern sein. Du musst nichts leisten, sondern sein. Ich weiß, das klingt ungewöhnlich, fast schon fantastisch und du fragst Dich bestimmt, wie wir auf dem freien Markt bestehen können. Nun, früher lief es besser. Wir hatten einen guten Ruf und konnten uns vor Bewerbungen kaum retten. Heute haben wir es etwas schwerer, weil andere inzwischen etwas Ähnliches anbieten wie wir und wir das, was wir machen, nicht mehr so gut hinbekommen…

Was uns immer noch attraktiv macht? Es ist unsere Attitude, unsere Haltung. Bei uns wird Wertschätzung großgeschrieben. Hier kannst Du Dich wie daheim fühlen. Denn wir kennen Deinen Wert, auch wenn wir dich gerade erst getroffen haben. Wir haben nämlich eine neue Perspektive entwickelt. Es ist so, als würde man eine Brille anziehen und die Dinge dann so sehen, wie sie wirklich sind. Als wäre diese Brille eine Brille der Liebe. Wir verstehen nämlich, was der Mensch eigentlich braucht und was seine tiefste Sehnsucht ist, nämlich Liebe, Anerkennung und Wertschätzung. Wir glauben, dass niemand einfach so aus sich heraus böse und gemein ist. Wer andere verletzt, hat selbst eine zutiefst verletzte Seele, weißt Du? Wer Narben auf der Seele hat, der vergisst, dass Rache und Vergeltung Wege zu weiterer Rache und Vergeltung sind, ein freier Falls ins Unglück. Ich verrate Dir unser Geheimnis. Wenn es unter uns Konflikte gibt und das ist die erste Übung, die Du Dir einprägen solltest: Das Erste, was wir bei einem Streit machen, ist, uns vorzustellen, dass unser Gegenüber ein Kind Gottes ist. Das gelingt am einfachsten im Gebet. Wenn wir Gott bitten, trotz Streit die Liebe nicht zu vergessen. Zu beten, dass Gott ihn segnen möchte, damit gelingt, was die Person tut. Wir segnen die, die uns verfolgen. Das mag zunächst verrückt klingen, ist in Wahrheit aber ein vergessener Weg zum Frieden: Ein Mensch, den du segnest, wir dir zu einem Subjekt. Er ist nicht länger ein verfeindetes Objekt, sondern ein Kind Gottes mit ganz gewöhnlichen menschlichen Bedürfnissen. Er tut dir nicht weh, weil er Freude daran hat, sondern weil er sich nicht anders helfen kann. Wenn Du erkennst, dass dein Gegner nicht aus Bösartigkeit heraus gemein ist, sondern weil seine Bedürfnisse nicht befriedigt sind, verstehst du plötzlich, dass du mit deinem Segen und Deiner Wertschätzung Frieden stiftest. Du betest dafür, dass Dein Gegenüber bekommt, was er braucht und falls du erkennst, was er braucht, kannst Du ihm helfen.

Der beste Mitarbeitende bei uns ist nicht der, der am meisten Umsatz macht, sondern wer am meisten liebt. Wer die anderen an Wertschätzung übertrifft. Aber Achtung: wer den andern dienen will, doch sich dabei nicht unter Wert verkauft. Denn das wäre geheuchelte Liebe, ganz unaufrichtig. Denn wer sich selbst nicht liebt, wie soll er seine Mitmenschen lieben?

Eine Warnung sei dir noch mitgegeben, mit einem Augenzwinkern: Pass auf, der Geist, der hier weht, ist ansteckend. Extrem ansteckend. Bevor Du Dich versiehst, wirst Du wie wir. Für manche Menschen ist das fast zu viel der Liebe. Für die, die selbst wenig geliebt wurden und deshalb wenig lieben. Sie sind wie ein Gefäß, das zu klein ist. Wenn sie so viel Liebe erfahren, laufen sie schnell über, denn sie können sie nicht fassen. Aber keine Sorge, Du kannst wachsen und mit jedem Tag etwas mehr Liebe aufnehmen. Dann wirst du bald wie wir werden. Du wirst verstehen, dass es glücklich macht, mit den Weinenden zu weinen. Was sie brauchen ist ein tröstendes Wort, kein vertröstendes. Ein „alles wird gut“ macht gar nichts gut. Was aber vieles gut macht, ist wenn Du Dich zu dem Weinenden setzt und seinen Schmerz aushältst. So werden Wunden heilen. Wenn du mit den Lachenden lachst, bekommt dein Lachen eine himmlische Qualität. Es ist so viel besser, mit den Kindern Gottes zu lachen, statt über sie.

Ich will Dich nicht enttäuschen, aber zur ganzen Wahrheit gehört noch eine Kleinigkeit. Was ich Dir bisher erzählt habe, ist der Anspruch an uns selbst. Es ist unsere Carta. Es tut so gut, sie immer wieder zu hören. Und zu lesen. Gut, dass Paulus das aufgeschrieben hat. Aber: wir bleiben immer wieder hinter unseren Ansprüchen zurück. Leider. Es lässt sich nicht vermeiden. Denn auch wir haben Narben auf unseren Seelen. Aus unser Kindheit. Aus unserer Jugend. Aus unserem Erwachsenenleben. Immer wieder vergessen wir, dass unsere Mitmenschen nicht an sich bösartig sind, sondern nur versuchen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn ihnen das nicht gelingt, handeln sie ohne Liebe. Wer nicht aus Liebe handelt, bringt Schmerz und Furcht in diese Welt. Ich sage dir das, damit Du nicht denkst, wir hielten uns für was Besseres. Das tun wir nicht. Dafür scheitern wir zu oft an unseren eigenen Ansprüchen. Nein, wir halten uns nicht für etwas Besseres oder Besonders. Wir halten uns nicht für besonders klug. Wir sind lediglich klug genug zu wissen, dass unser großes Vorbild Jesus von Nazareth die Wahrheit sprach, als er meinte, dass Liebe die Antwort auf die großen Fragen ist. Aus Liebe war er bereit, alles zu geben, was er hatte. Sogar sein Leben. Von ihm haben wir gelernt, das Böse zu verabscheuen und das Gute zu lieben. Ach, wäre es nur so einfach, das eine von dem anderen zu unterscheiden. Die Ironie ist doch: es gibt keinen Bösen auf der Welt, der von sich selbst denkt, er sei böse. Sie alle wollen nur ihre Bedürfnisse befriedigen. Allem voran ihr Bedürfnis nach Liebe, Achtung und Wertschätzung.

Willkommen bei uns. Wir sind die Gemeinschaft der Christinnen und Christen. Wir sind die evangelische Kirchengemeinde Staaken. Wir können dich nicht mit Macht und nicht mit Geld bezahlen. Stattdessen bekommst Du, was Deine Seele braucht. Sei willkommen. Amen.

Es gilt das gesprochene Wort.


Fragen oder Gedanken dazu? Schreib mir an info@viktor-weber.com.