Gottesdienst zum Start des Konfa Starter-Wochenende
Gottesdienst zum Start des Konfa Starter-Wochenende
14.09.25, Dorfkirche Alt-Staaken
4Da kam das Wort Gottes zu mir:
5»Bevor ich dich im Mutterleib geformt habe, kannte ich dich. Bevor du von deiner Mutter geboren wurdest, warst du schon heilig für mich. Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.«
6Ich antwortete: »Ach, mein Gott und Herr, ich kann nicht gut reden! Denn ich bin noch zu jung.«
7Doch Gott erwiderte: »Sag nicht, dass du zu jung bist, sondern geh, wohin ich dich sende! Und verkünde alles, was ich dir auftrage! 8Fürchte dich nicht vor ihnen, denn ich bin mit dir und werde dich retten!«
– So lautet der Ausspruch Gottes.
Liebe Schwestern und Brüder,
ihr wart mal jung und habt euch natürlich gut gehalten. Heute habt ihr einen Ruf verspürt, zum Gottesdienst zukommen. Ihr seid berufen zum Gottesdienst. Als Christen. Liebe Konfis, ihr seid jung und werdet euch hoffentlich halten. Auch ihr habt einem Ruf verspürt. Ihr seid berufen, Konfirmanden zu sein.
Was wird eigentlich mal aus euch werden? Was soll eigentlich mal aus mir werden? Diese Frage habe ich mir mit 13 öfter mal gestellt. Nach jedem guten Superheldenfilm dachte ich: Ach, wäre ich nur wie Spiderman! Ach, wäre ich nur wie Wolverine!
So richtig Superheld oder Superheldin werden, mit Superheldenkräften, das ist schwer. Doch wer bis drei zählen kann, weiß: Die echten Helden sind nicht die in Strumpfhosen (das sieht zudem sehr merkwürdig aus), sondern die, die ihren Müll in den Mülleimer werfen, statt auf die Straße. Diejenigen, die schwachen Menschen helfen, zum Beispiel als Pflegerin oder Pfleger, diejenigen, die bei der Feuerwehr, bei der Polizei und so weiter. Beim Kennenlernen gestern gab es eine Frage, wer gerne einen Beruf hätte, wo man Menschen hilft und wer einen Beruf, wo man viel Geld verdient. Selbstverständlich und ganz natürlich wollen einige von euch viel Geld verdienen.
Jugendliche träumen häufig mal ein Star zu sein, so wie Ronaldo. Oder wie Taylor Swift oder wer auch immer. Bei solchen Stars gilt: je früher du entdeckt wirst, desto besser. Je jünger du bist, je länger du gefördert wirst, desto höher deine Chancen auf Erfolg. Denkt an Darja Varfolomeev, die Sportgymnastin, die ihr erstes Gold mit 15 gewann.
Aber nicht alle Menschen haben das Zeug dazu, ein Star zu sein. Und das ist auch gar nicht schlimm. Wir sehen immer nur die positiven Dinge bei den Stars, aber nicht deren Probleme.
Ich will euch die Geschichte von einem jungen Mann erzählen. Er heißt Jeremia. Eines Tages spricht Gott selbst zu ihm, so steht es in der Bibel. Falls du dich fragst, warum du nicht auch mal die Stimme Gottes vom Himmel hörst: keine Sorge, das ist normal. Ich lese den Text aus der Bibel, aus dem Alten Testament vor, und zwar heißt es da: Gott spricht zu Jeremia: 5»Bevor ich dich im Mutterleib geformt habe, kannte ich dich. Bevor du von deiner Mutter geboren wurdest, warst du schon heilig für mich. Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.« 6Jeremia antwortete: »Ach, mein Gott und Herr, ich kann nicht gut reden! Denn ich bin noch zu jung.« 7Doch Gott erwiderte: »Sag nicht, dass du zu jung bist, sondern geh, wohin ich dich sende! Und verkünde alles, was ich dir auftrage! 8Fürchte dich nicht vor ihnen, denn ich bin mit dir und werde dich retten!« – So lautet der Ausspruch Gottes.
Jetzt stell Dir einmal vor, Gott selbst ruft dich! Was gäbe ich dafür, so einen klaren Ruf zu hören! So eine eindeutige Berufung zu spüren. Doch was macht Jeremia? Das erste, das ihm einfällt, ist eine Ausrede: „Ich bin zu jung.“ Wie jemand, der vor einer Mathearbeit steht und sagt: Ich schaffe das nicht. Jeremia soll Prophet werden. Propheten sind Menschen, die klare Ansagen machen. Sie gehen zu den Mächtigen und sagen: „Ändert euer Leben! Hört auf, die Armen zu betrügen! Hört auf, gewalttätig zu sein! Sorgt für Gerechtigkeit!“ Kleiner Live-Hack: um zu wissen, was richtig oder falsch ist, musst du nicht besonders alt sein.
Da ist diese eine junge Frau. Sie hält es nicht mehr aus, wie die Erwachsenen mit unserer Erde umgehen. Sie fängt an, regelmäßig zu demonstrieren. Viele versuchen es ihr auszureden, denn sie ist jung und sie ist allein. Aber sie bleibt dran. Und damit löst sie eine Lawine aus. Überall auf der Welt schließen sich ihr junge Menschen an und gründen diese eine riesige Bewegung, die regelmäßig freitags für besseren Umweltschutz protestiert. Die junge Frau heißt Greta Thunberg und die Bewegung heißt Fridays for Future.
Nicht alle sind dazu berufen, ein Star zu werden. Aber alle sind dazu berufen, an einer gerechten Welt zu arbeiten. Sag nicht: Ich bin zu jung. Lass dich von den Erwachsenen nicht zum Schweigen zu bringen. Liebe Erwachsenen, lasst uns auf die jungen Menschen hören, wenn wir ihre Zukunft planen.
Liebe Konfis, ihr seid jetzt am Anfang eurer Konfi-Zeit. Vielleicht wisst ihr noch nicht, was aus euch werden soll. Aber eines ist sicher: Gott kennt euch schon jetzt – besser als ihr euch selbst kennt. Gott glaubt an euch. Glaubt ihr auch an euch. Sagt nicht: Ich bin zu jung. Sagt: Ich will versuchen, das Richtige zu tun. Gott segne euch. Gott segne uns. Amen.
Fragen oder Gedanken dazu? Schreib mir an info@viktor-weber.com.